Besuch in Sierra Leone 2004

 

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Überblick

Vom 7. August bis 1. September besuchte unser Beauftragter für Internationale Kontakte, Edward Mando, sein Heimatland Sierra Leone.

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Auf den nachfolgenden Seiten gibt es Informationen zu wichtigen Stationen von Edwards Reise - jeweils mit Bildern:

Treffen mit Förderkindern und Eltern in Gbondapi

Übergabe von Sachspenden an SAIDAC

Treffen mit dem Schuldirektor in Gbondapi

 

 

Edwards Reisebericht

"Mein 3-wöchiger Aufenthalt in Sierra Leone  diente den folgenden Zwecken:

- Zusammenarbeit mit unseren freiwilligen Helfern von PYD vor Ort und Überprüfung ihrer Tätigkeit

- Direkter Kontakt mit unseren Förderkindern und Bewertung ihrer Lebenssituation

- Gespräche mit Eltern/Erziehungsberechtigten der Kinder und mit den Lehrern

- Vorstellung und Übergabe von Sachspenden

- Vorstellung unseres Vereins KNSL bei den betroffenen Gemeinden, Zusammentreffen mit Bürgermeistern und lokalen Gruppen

Zusammenarbeit mit unseren Helfern von PYD

Die Leistung unserer Freiwilligen Helfer von PYD vor Ort war bislang ausgezeichnet. Ich fand, dass sie ihre Aufgaben für unseren Verein sorgfältig und mit Einsatz und Pflichtbewusstsein ausgeführt haben. In Anerkennung dessen möchte ich dem Vorstand empfehlen, beiden Helfern Schreiben auszustellen, mit denen sie offiziell zu freiwilligen Mitarbeitern von KNSL bestellt werden.

Die Situation unserer Förderkinder

Die schulischen Leistungen unserer Förderkinder schätze ich auf Grund meiner Gespräche mit den Eltern/Erziehungsberechtigten, den Lehrern und unseren PYD Helfern insgesamt als gut ein.  

Um jedoch auch in Zukunft alle Kinder in geeigneter Weise fördern zu können, ist es meines Erachtens notwendig, unseren Arbeitsansatz zu überprüfen: die Schulausbildung der Kinder kann nicht von ihrem allgemeinen sozialen Umfeld isoliert betrachtet werden. Die schwierigen sozialen und wirtschaftlichen Bedingungen hindern manche Kinder daran, regelmäßig und pünktlich zur Schule zu erscheinen.

Es gibt hier noch viel Verbesserungsbedarf, und ich meine, dass wir in nächster Zukunft unsere Förderaktivitäten ausweiten sollten.

Eindrücke aus dem Dorf Gbondapi

Ich verbrachte einige Tage in dem Ort Gbondapi und nahm am Alltag der Dorfbewohner teil - ohne Elektrizität, Kühlschränke, sanitäre Einrichtungen etc.

Bei meinen Schulbesuchen fand ich,  dass es keine guten Wandtafeln und nicht genügend Tische und Sitzbänke gab. Es fehlte an Lernmaterialien und an ausgebildeten Lehrern.  

Trotz unserer Unterstützung  müssen die meisten Kinder zu Hause immer noch regelmäßig mitarbeiten - als Straßenhändler beim Verkauf kleiner Überschüsse, im Haushalt und manchmal auch bei der Feldarbeit. Die meisten Familien haben kein Einkommen.

Landwirtschaft und Fischerei

Zwei der wichtigsten Erwerbszweige in der Region sind Fischfang und Ackerbau.

Diese Bereiche sind beide sehr arbeitsintensiv. Da es oft an Werkzeugen und an Saatgut fehlt, verlassen viele junge Männer die Gegend und ziehen lieber in die Städte. Diese Landflucht führt zu einer weiteren Verarmung der ländlichen Gebiete und zu einem Arbeitskräftemangel.

Hygienische Bedingungen

Die hygienischen Bedingungen in den Dörfern sind ausgesprochen schlecht: Kinder verrichten ihr Geschäft direkt auf den Fusswegen und Erwachsene tun das gleiche hinter dem nächsten Busch oder in den Bächen. Dies ist unangenehm nicht nur wegen der Geruchsbelästigung und der unerfreulichen Anblicke, sondern stellt ein ernstes Gesundheitsrisiko für die Menschen dar, die dort leben und arbeiten.

Obwohl die Dörfer in der Nähe von Bächen und Flüssen liegen, ist es schwierig, an sauberes Trinkwasser zu gelangen. Tatsächlich entnehmen die Menschen das Wasser aus denselben Wasserläufen, die auch als Toiletten benutzt werden.

Schlussfolgerungen

Vor dem Ausbruch des Bürgerkrieges im Jahr 1991 kannte ich die Gegend um Gbondapi, in der unserer Förderkinder leben, als den 'Brotkorb' der Provinz Pujehun. Man baute dort in den ausgedehnten und fruchtbaren Überschwemmungsgebieten u.a. Reis, Gemüse, Kaffee, Kakao, Erdnüsse und Ingwer an. Das Meer und die Flüsse waren eine ergiebige Quelle für Fischereiprodukte und ernährten Tausende von Familien. Der Wochenmarkt von Gbondapi galt damals als einer der grössten Fisch- und Lebensmittelmärkte in Sierra Leone.

Dieser relative Wohlstand wurde durch den Bürgerkrieg schwer beeinträchtigt, und es besteht ein enormer Bedarf  an weiteren Hilfen, um unsere Bemühungen zur Ausbildungsförderung zu ergänzen und ihnen langfristigen Erfolg zu sichern."

 

Edward Mando, 8. September 2004

 

 

Anm: das englische Original des Berichtes finden Sie hier

 

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