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Vorbemerkung

Auch Jahre nach dem Ende des Bürgerkrieges ist die Situation vieler Menschen in Sierra Leone noch genauso schwierig wie unmittelbar vor dem Ausbruch des Bürgerkriegs im Jahre 1991.

Armut, Arbeitslosigkeit, Analphabetismus, Unwissenheit und Korruption bedrohen den Frieden und die Entwicklung im Lande. Besonders junge Menschen leiden unter einem Mangel an Bildungs- und Jobangeboten sowie am Fehlen funktionierender administrativer Strukturen

Wir konzentrieren unsere Arbeit auf den Distrikt Pujehun im Süden von Sierra Leone, der ganz besonders unter den Folgen des Bürgerkriegs von 1991 - 2002 zu leiden hatte. In diesem sehr ländlichen Gebiet leben etwa 230.000 Menschen, die meisten davon in kleinen Dörfern mit weniger als 200 Einwohnern

 

 

 

Berichte über die Jahre 2003, 2004, 2005,
                                  2006, 2007, 2008

Aktivitäten im Jahre 2009

Ein Schwerpunkt der Vereinsaktivitäten bildete in diesem Jahr unser Projekt zur Konsolidierung von Frieden und Stabilität im Distrikt Pujehun durch die Einrichtung eines integrierten Gemeindezentrums ('Community Mediation & Learning Center' - kurz CMLC) ->

Neben der Aus- und Weiterbildung lokaler Experten im Bereich ‚Conflict Management’ wurden Schlichtungsausschüsse auf Dorf- und Gemeindeebene eingerichtet. Außerdem gab es Aktivitäten zur Gemeindeentwicklung wie etwa Workshops unter dem Titel ‚Community Development Forums’, den Aufbau eines mobilen Bibliotheksdienstes des CLMC und die Einrichtung eines Komitees für Jugendentwicklung.

Das Programm zur Schulförderung für unsere Grund- und Sekundarschüler wurde fortgesetzt, und aufbauend auf den Erfahrungen aus unserem Pilotprojekt 2007 und 2008 konnte unsere Partnerorganisation PYD ein umfangreiches, von der UN unterstütztes Programm zur Agrar- und Beschäftigungsförderung durchführen. ->

Auf den folgenden Seiten finden Sie genauere Informationen zu diesen Projekten.

Ausführlicheres Bildmaterial z.B. über die Bibliothek und über die Arbeit des Friedensprojektes finden Sie auf den letztjährigen Projektseiten.

Wir bedanken uns an dieser Stelle recht herzlich bei allen Mitgliedern und Spendern, die unsere Arbeit im Interesse der Menschen in Sierra Leone fördern

Schulförderung

Auch im Schuljahr 2008/9 hat unser Projekt 30 Kinder gesponsert, davon 23 Mädchen. 18 der Kinder besuchten die Sekundarschule. Durch den höheren Anteil an Sekundarschülern sind die Unkosten für das Schulprogramm gegenüber den vorangegangen Jahren wie erwartet angestiegen.->

 

Schülerinnen an Holy Rosary Sekundarschule

Da bewusst Kinder aus sozial benachteiligten Familien ausgewählt wurden, gehörten sie nicht immer zu den stärksten Schülern.

3 Kinder mussten das Projekt verlassen, weil sie zum zweiten Mal die Versetzung nicht schafften; an ihrer Stelle wurden 3 neue Kinder aufgenommen.

Insgesamt sind die Leistungen der geförderten Kinder aber deutlich besser geworden. Seit September 2009 besuchen 20 Kinder die Sekundarschule. 6 Kinder besuchen Sekundarschulen außerhalb von Pujehun.

Einige unserer Förderkinder zeigen gute schulische Leistungen. Ms Fredell Tucker, die neu ins Programm gekommen ist, und zwei der schon länger geförderten Kinder, Ms Jaminatu Kamara (Holy Rosary Sekundarschule in Pujehun) und Alpha Koroma in Blama gehören zu den Besten ihrer Klasse. ->

Auf den folgenden Tonaufnahmen hören sie einige Ausschnitte aus einem Gespräch mit Schülerinnen aus unserem Förderprogramm. An dem Gespräch nahmen auch die Schulleiterin, Frau Josephine Sowa sowie zwei weitere Lehrerinnen der Holy Rosary School teil.

  1. Fredell Tucker über ihren Schulalltag
  2. Fredell & Veronica über Ihre familiäre Situation
  3. Direktorin Sowa über das Förderprogramm
  4. Lehrerin Juliana Fortune über die Bibliotheke

 

Schülerinnen aus dem Förderprogramm bzw aus dem Kandidatenkreis

v.l.n.r.:

Rugiatu Bare, 14
Fredell Tucker, 14,
Veronica, 15

 

Schuldirektorin Josephine Sowa begleitet Ihre Schülerinnen zu dem Interview

 

Landwirtschaftsförderung

Aufbauend auf unser Pilotprojekt 2007 und 2008 zur Agrarförderung, konnte PYD 2009 beim Entwicklungs­programm der Vereinten Nationen (UNDP) einen Antrag für ein groß angelegtes Agrar- und Beschäftigungs­programm – „Stimulating and Strengthening Agricultural Production and Productivity in Pujehun District in the Context of Poverty Eradication“ stellen. ->

 

Dorfszene in Sakrim.

Das Projekt wurde bewilligt und erhielt Fördermittel in Höhe von 157.000,- US-Dollar – bei einer Eigenleistung von PYD in Höhe von 30.000,- USD. Das in enger Abstimmung mit dem Youth Employment Secretariat (YES) der sierraleonischen Regierung durchgeführte Projekt hatte zum Ziel, je 200 junge Frauen und Männer in die Lage zu versetzen, sich als Landwirte selbständig zu machen.

Insgesamt waren das UNDP und die Teilnehmer ebenso wie die Gemeinden mit dem Projektergebnis zufrieden. Zunächst hatte es sogar nach einer Superreisernte ausgesehen, doch aufgrund unerwartet starker und lang andauernder Regenfälle standen die Reisfelder über Wochen komplett unter Wasser und es kam zu massiven Ernteausfällen beim Reis.

 

Bauern mit ihrer Reisernte.

Dafür wurden jedoch im Maniok- und Erdnussanbau gute Ernten erzielt. Als Lehre aus diesem Projekt sollte die Diversifizierung propagiert werden.

Friedensprojekt

Die Fähigkeit, Konflikte friedlich und konstruktiv zu bewältigen, ist in jeder Gesellschaft die Voraussetzung für Entwicklung und Stabilität und auch dafür, dass die Ausbildung unserer Förderkinder Früchte tragen kann.

KNSL engagiert sich gemeinsam mit unserer Partnerorganisation PYD (Pujehun Youths for Development) seit mehreren Jahren intensiv in Aktivitäten zur Friedensförderung. Auf unseren Projektseiten zu den vergangenen Jahren finden Sie detaillierte Informationen über unsere 'Historie' zu diesem Thema.

Das deutsche Institut für Auslandsbeziehungen, ifa zivik förderte auch 2009 in Ko-Finanzierung mit KNSL das Projekt zur “Konsolidierung von Frieden und Stabilität im Distrikt Pujehun durch die Einrichtung eines integrierten Gemeindezentrums für Konfliktlösung und Bildung“. ->

Unser Beauftragter für Internationale Kontakte. Edward Mando, hielt sich 2009 etwa 7 Monate in Sierra Leone auf und war als Projektleiter und Friedensfachkraft tätig. Hauptziel des Projekts war es auch 2009 wieder, den sozialen Zusammenhalt und die Stabilität im Distrikt Pujehun zu fördern. Dazu wurde insbesondere mit den fragilsten und schwächsten Gruppen der Gesellschaft gearbeitet, um auf einen positiven sozialen Wandel hinzuwirken, die Existenzgrundlagen wiederherzustellen und tatsächliche Verbesserungen im täglichen Leben der Menschen zu erreichen.

Die Unkosten des Projektes wurden zu über 90% vom Deutschen Institut für Auslandsbeziehungen (Ifa/Zivik) und dem Auswärtigen Amt getragen, den Rest trug unser Verein als Eigenanteil.

 

Projektmitarbeiter bei einer Besprechung

Im Rahmen diess Projektes wurden folgende Maßnahmen durchgeführt:

1) Die Verwaltungsmitarbeiter der Chiefdoms und Mitglieder der Bezirksausschüsse erhielten eine Schulung in Mediationsverfahren und –philosophie, Menschenrechten und Rechtspflege, um ihre Fähigkeiten auf diesen Gebieten zu stärken und damit die Rechtspflege im Distrikt zu verbessern

2) Auf Gemeindeebene wurden Beschwerdeausschüsse und dörfliche Schlichtungsausschüsse eingerichtet

3) Auf Distriktebene wurde ein Komitee für Jugendentwicklung eingerichtet, um die Mitwirkungsmöglichkeiten sozial marginalisierter junger Erwachsener durch Selbsthilfeinitiativen zu verbessern ->

4) Das Angebot der Bibliothek wurde durch die Schaffung eines mobilen Leihdienstes auf abgelegene Schulen ausgedehnt.

5) Im Gemeinde-Mediations- und Lernzentrum (CMLC) wurde ein Forum für die Gemeindeentwicklung eingerichtet, das allen gesellschaftlichen Akteuren (junge Erwachsene, Frauen, Studenten, Ehemänner, Ehefrauen, Kinder, Gemeindeführer und/oder Funktionsträger) einen geschützten Raum für Dialog und Austausch über die Angelegenheiten der Gemeinde bietet.

6) Es wurde eine Plattform für die Förderung der Rechte und Interessen von Frauen geschaffen und Programme initiiert, um traumatisierten Frauen Hoffnung und Unterstützung im Alltag zu geben

Zum Abschluss fand im Dezember wieder das Gemeinde-Friedens- und Erntefest statt, bei dem alle Stakeholder im Distrikt (junge Leute, Frauen, Paramount Chiefs, Distrikträte, Verwaltungsbeamte, Politiker, Sicherheitskräfte, Intellektuelle, Lehrer, Schüler und Händler) 3 Tage lang Gelegenheit hatten zu Begegnung, Austausch und gegenseitigem Lernen mit dem Ziel, Strategien für sozioökonomische Entwicklung  und Wachstum zu erarbeiten

 

-> Abschlußbericht zum Projekt (als pdf)

Das KNSL-PYD-Friedensprojekt wird auf der Homepage von ifa zivik auch 2009 als Beispiel für gute Projektpraxis geführt. Außerdem dient es als Fallbeispiel für das zivik-Manual: Projektmonitoring, eine praxisnahe Darstellung der Entwicklung eines guten Projekts (siehe dazu http://www.ifa.de/pdf/zivik/movie_ad01.pdf)

 

Ein Schlichtungsuasschuß in Bengani erreicht eine Einigung zwischen den streitenden Parteien

Interesse an unserer Friedensarbeit

Unsere Friedens- und Versöhnungsarbeit findet in zunehmendem Maße auch Interesse bei Fachleuten und anderen Organisationen. So haben wir 2009 eine Anfrage von James Laden aus den USA erhalten, der vor dem Bürgerkrieg ein Jahr lang in unserem Distrikt gearbeitet hat. Er war im Internet auf unserer Homepage in einem Bericht über eine Konfliktmediation auf den Namen des Dorfes gestoßen, in dem er damals tätig war, und über KNSL/PYD konnte er wieder Kontakt zu den Bewohnern des Dorfes herstellen->

Im Büttner-Verlag in Berlin erscheint 2010 ein Methoden-Handbuch von Friedensforscherin Dr. Auer-Frege mit dem Titel „Wege zur Gewaltfreiheit - Methoden der internationalen zivilen Konfliktbearbeitung“, das auch ein Kapitel „Kindernetzwerk Sierra Leone: Konfliktbearbeitung mit lokalen Führungspersönlichkeiten und Gemeindemit­gliedern“ umfasst. Das Buch soll für 29,90 € als Hard-Cover verkauft werden.

Ein Forschungsprojekt unter der Leitung von Frau Prof. Dr. Fahrenhorst von der TU Berlin, das sich im Kontext des GTZ-Sektorvorhabens Migration und Entwicklung mit der Einbindung von Diaspora-Organisationen in die Friedens­förderung in den jeweiligen Heimatländern befasst, hat die Friedensarbeit unseres Vereins ausführlich behandelt (im Internet ist der Projektbericht zu finden unter dem folgenden Link).

Die entwicklungspolitische Fachzeitschrift E + Z brachte daraufhin in ihrer Ausgabe 9/2009 einen Artikel, der sich mit der GTZ-Studie befasst und eine Kurzdarstellung unseres Projekts enthält. Die gedruckte Ausgabe zeigt ein Foto aus unserer Bibliothek.

Unterstützung des Community Development

Das 2007 errichtete ‚Community Mediation and Learning Centre’ (CMLC), das eine Bibliothek, ein Büro, zwei Schulungsräume, eine Kantine und eine Unterkunft für auswärtige Besucher beherbergt, ist seit 2008 der Mittelpunkt nicht nur der Friedensarbeit, sondern ist auch zum „Meetingpoint“ der Gemeinde geworden. Es bietet viele zivilgesellschaftliche Betätigungsmöglichkeiten. Im Jahr 2009 organisierten Frauen, Religionsführer, junge Leute, Schüler, zivilgesellschaftliche und Menschenrechts-Aktivisten zahlreiche Workshops, Schulungen, Aufführungen, Konzerte und Ausstellungen im CMLC. ->

Die von KNSL/PYD im Rahmen des Friedensprojekts eingerichteten Diskussionsforen im CMLC haben den sozialen Zusammenhalt gefördert und besonders den schwächsten Mitgliedern der Gemeinschaft die Möglichkeit gegeben, sich einzubringen und ihre Interessen zu vertreten. Die Foren bieten Gelegenheit zur Analyse und Diskussion aller anliegenden Probleme und haben ein Modell für die Kooperation zwischen Bevölkerung, kommunaler Verwaltung, Chiefs und zivilgesellschaftlichen Gruppen geschaffen, das für nachhaltig wirksam angesehen wird und über den Distrikt Pujehun hinaus als Vorbild für ähnliche Aktivitäten in anderen Communities dienen kann.

Bibliothek

Die Bibliothek ist ein wichtiger Anlaufpunkt für die Leute, um Informationen zu erhalten. Sie besitzt über 4000 Bücher, CDs und Videos mit Schwerpunkten in den Bereichen Friedenserziehung, Konfliktlösung, Menschenrechte, Bürgerrechte, Landbau, Gesundheitsfürsorge, Umwelt und Technologie. Der Bestand umfasst außerdem den kompletten Satz Schulbücher über den gesamten Unterrichtsstoff der Grund- und Sekundarschule sowie Spiele für Kinder und Erwachsene. Zahlreiche Bücher und Materialien wurden von Spendern und Institutionen in Deutschland im Rahmen der KNSL-Aktion ‚Bücher für Sierra Leone’ in Berlin zur Verfügung gestellt.->

 

Die Bibliothek ist Teil des 2007 errichteten neuen KNSL & PYD Mediation & Learning Centers

Die Schulleiter in Pujehun erklären übereinstimmend, dass sich mit unserer Bibliothek und dem Lesesaal die Wünsche von Schülern, Lehrern und Eltern erfüllt haben und dass das Bibliotheksangebot den Bedürfnissen durchaus entspricht. Die Bibliothek ermöglicht tausenden von Schulkindern vor Ort den freien Zugang zu den benötigten Schulbüchern. Fast alle im Lehrplan vorgeschriebenen Schulbücher sind vorrätig, so dass auch die ärmsten Kinder hier die Chance haben zu lernen. Dadurch werden die Familien deutlich entlastet und können mehr Geld für eine ausreichende Ernährung und Gesundheitsversorgung ausgeben. Somit hat die Bibliothek zu einer Verbesserung der Lebensverhältnisse geführt und gleichzeitig auch die Lernmöglichkeiten und damit die Lernerfolge der Kinder verbessert. Bessere Prüfungsnoten sind der Beweis dafür, sagen die Schulleiter.

Aber auch die Bevölkerung insgesamt profitiert über "Multiplikatoren“ wie Agrarberater, Gesundheitspersonal, Alphabetisierungs-Kursleiter, Lehrer, Polizisten, Ratsmitglieder und religiöse Führer von der Bibliothek. So informieren sich z.B. Agrarberater über neue Anbaumethoden und geben ihr Wissen durch praktische Unterweisung an die Bevölkerung weiter. Auf diese Weise verbessert sich auch der Kenntnisstand der großenteils nicht lese- und schreibfähigen Landbevölkerung ->

 

Die Bibliothek empfängt eine Bücherspende von booksforafrica/USA T

Allerdings sind die vorhandene Räumlichkeiten der Bibliothek mittlerweile schon nicht mehr ausreichend, um den Anforderungen zu genügen; die Bibliothek 'platzt aus allen Nähten' und der Lesesaal leidet oft an Überfüllung.

Aus diesem Grund haben wir Im Februar 2010 einen Antrag an das BMZ auf Förderung für den Neubau einer größeren Mehrzweck-Bibliothek vorbereitet, der mittlerweilige auch bewilligt wurde.

 

Kinder und Jugendliche in der Bibliothek

-> Bilder von der Bibliothek

Jugendarbeit

2009 gelang uns der Durchbruch in diesem Bereich. Durch unsere konsequenten Bemühungen konnten die angespannten Beziehungen zwischen den jungen Leuten und den Entscheidungsträgern im Distrikt deutlich verbessert werden. Wir konnten den District Council dazu bewegen, die von uns mitgestaltete Selbstorganisation der jungen Leute zu unterstützen.

 

Versammlung mit Vorstellung von Kandidaten für den District Youth Council

Wir registrierten alle bestehenden oder neu geschaffenen Jugendvereinigungen im Distrikt und unterstützten sie beim Aufbau guter partnerschaftlicher Beziehungen mit dem District Council, den Chiefs und der Zivilgesellschaft. Damit erhielten die jungen Leute besseren Zugang zu Informationen, die für ihre eigene Entwicklung wichtig sind. Durch Führungstrainings, Beteiligung an freiwilligen Gemeindediensten und landwirtschaftlichen Aktivitäten versuchten wir ihnen eine Basis für mehr Mitwirkung an der Entwicklung und bei den Entscheidungsprozessen in ihrer Community zu verschaffen

Bemühungen um Gleichstellung von Männern und Frauen

Die Aufklärung zu Gleichstellungsthemen (‚Gender Sensititation) zeigt in allen bearbeiteten Chiefdoms Erfolge. Dabei wurden wirklich alle Mitglieder der Gesellschaft angesprochen - Männer und Frauen, Jungen und Mädchen. Das Bewusstsein für geschlechtsspezifische Gewalt und Diskriminierung ist deutlich gestiegen. Insbesondere Frauen und Mädchen sind sich über die Problematik viel klarer geworden. Durch unsere Diskussionssendungen im Radio, die Arbeit der 31 freiwilligen Beraterinnen, die wir ausgebildet haben, ebenso wie die Arbeit anderer Organisationen engagieren sich immer mehr Männer, Frauen, junge Leute, Jungen und Mädchen in ihren ->

Gemeinden bei den Anstrengungen, die Misshandlungen verhindern und Opfern von Gewalt oder Missbrauch helfen wollen.

Unser Programm unterstützt Frauen, die durch Gewalt traumatisiert oder Opfer häuslicher Gewalt wurden, es gibt ihnen Anerkennung, Mut und Hilfe. Einige der Opfer haben sich inzwischen zu erkennen gegeben und wollen den Missbrauch nicht länger still erdulden. Dank der Unterstützung der ausgebildeten freiwilligen Beraterinnen haben Gewaltopfer in den Gemeinden jetzt den Mut, offener über ihre Probleme zu sprechen.

Kampagne für Behinderte Menschen

Um eine positive Einstellung gegenüber behinderten Menschen zu fördern und ihnen bessere Möglichkeiten zur Entwicklung einer selbständigen Existenz zu eröffnen, haben wir diese Thematik durch Medienkampagnen und gezielte Aktivitäten im Projektgebiet einer breiten Öffentlichkeit ins Bewusstsein gerufen und so dazu beigetragen, Vorurteile gegenüber Behinderten auszuräumen.

Die Kampagne zielte darauf ab, mehr Verständnis für die Probleme Behinderter zu wecken und negative Einstellungen, Stigmatisierung, fehlende Bildungs- und Beschäftigungschancen,  ->

Diskriminierung und Ausgrenzung von Körperbehinderten, insbesondere von Menschen, denen im Bürgerkrieg Gliedmaßen „amputiert“ wurden, zu thematisieren.

In unseren Diskussionsforen und Gesprächsrunden wurde insbesondere die Rolle von kommunalen Führungspersönlichkeiten bei der öffentlichen Darstellung sozialer Themen und bei der Formung von Meinungen und Verhaltensweisen beleuchtet. Im Mittelpunkt dieser Aktivitäten stand die Förderung der Rechte Behinderter und die Bewusstmachung der Schwierigkeiten, mit denen Behinderte in der Gesellschaft zu kämpfen haben.

Kooperation mit offiziellen Stellen und internationalen Organisationen in Sierra Leone

Im Laufe des Jahres 2009 haben wir über die PYD das Netzwerk und die Zusammenarbeit mit einer Reihe von UN-Einrichtungen und Förderprogrammen sowie mit der deutschen Gesellschaft für technische Zusammenarbeit (GTZ) in Sierra Leone weiter ausgebaut und damit die Effektivität unserer Arbeit verbessert. Die PYD arbeitete mit dem UN-Entwicklungsprogramm (UNDP) zusammen und führte ein Agrarentwicklungsprojekt mit 400 jungen Leuten durch (siehe oben). Wir nutzten die Kooperation mit der GTZ, um eine gewählte Vertretung der jungen Leute gegenüber der Distriktregierung und den Chiefs zu organisieren und insgesamt am Aufbau einer funktionierenden Zivilgesellschaft mitzuwirken. ->

Um eine wirkungsvolle und kohärente Aufklärungskampagne gegen die weibliche Beschneidung zu führen, haben wir eine Zusammenarbeit mit dem UNIFEM-Büro in Freetown angeregt. (UNIFEM ist der Entwicklungsfonds der UN speziell für Frauen

Auch mit dem World Food Programme (WFP), dem UN-Menschenrechtsbüro in Bo und dem Sekretariat des Youth Employment Scheme bestehen inzwischen gute Kontakte und ein regelmäßiger Informationsaustausch. Mit dem Büro des Youth Employment & Conflict Advisor beim Strategischen Planungsstab der UNIPSIL (United Nations Integrated Peacebuilding Mission in Sierra Leone) stehen wir in Kontakt, um die Möglichkeiten einer Zusammenarbeit auszuloten.

Pujehun Peace and Harvest Festival 2009

Zum Abschluss fand im Dezember wieder das Gemeinde-Friedens- und Erntefest statt, bei dem alle Stakeholder im Distrikt (junge Leute, Frauen, Paramount Chiefs, Distrikträte, Verwaltungsbeamte, Politiker, Sicherheitskräfte, Intellektuelle, Lehrer, Schüler und Händler) 3 Tage lang Gelegenheit hatten zu Begegnung, Austausch und gegenseitigem Lernen mit dem Ziel, Strategien für sozioökonomische Entwicklung  und Wachstum zu erarbeiten

 

Fussballer vor dem Anpfiff: das Fussballturnier ist fester Bestandteil des Peace and Harvest Fesitvals

 

Eröffnung des Fests mit Paramount Chief Edna G. Fawundu (m.)

 

Ausstellung von landwirtschaftlichen Erzeugnissen - zum 'Erntedank' teil des Fests

 

Mädchen bei einer Tanzvorführung

 

Zwei Jungen spielen in einem Theaterstück

Ausblick für 2010

Im Jahr 2010 wird es eine Fortsetzung unseres Projekts zur Konsolidierung von Frieden und Stabilität in Pujehun geben: ein Schwerpunktthema wird darin die Stärkung der gesellschaftlichen Position von Frauen und Jugendlichen sein.

Außerdem wird es ein Projekt zum Neubau einer größeren Bibliothek in unmittelbarer Nachbarschaft zum bestehenden CLMC Gebäude in Pujehun geben.

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